Mit Mönchspfeffer zum Kinderwunsch: Wirkung, Nebenwirkungen und Studienlage
Mit Mönchspfeffer zum Kinderwunsch: Wirkung, Nebenwirkungen und Studienlage
Mönchspfeffer wird als natürliche Hilfe bei Kinderwunsch gepriesen. Doch wirkt er tatsächlich? Informieren Sie sich hier über die Wirkung, die Anwendung und mögliche Nebenwirkungen.
Was ist Mönchspfeffer?

Der deutsche Name der Pflanze resultiert aus dem Umstand, dass Mönche den damals teuren Pfeffer durch die ähnlich aussehenden und ebenfalls scharf schmeckenden Agnus-castus-Früchte ersetzten. Diese hatten zugleich den Nebeneffekt, dass sie in hoher Dosierung den Geschlechtstrieb unterdrückten und damit das abstinente Klosterleben erleichterten. Als Heilpflanze wird Mönchspfeffer seit der Antike geschätzt.
Wie wirkt Mönchspfeffer?
Zu den medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen des Keuschbaums zählen die Iridoidglycoside Agnusid und Aucubin, Triglyceride, Flavone sowie Flavonoide wie Casticin, Penduletin und Chrysospenol. Darüber hinaus enthält Mönchspfeffer spezielle Fettsäuren und ätherische Öle. Für pharmazeutische Zwecke werden ausschließlich getrocknete Früchte verwendet.
Mönchspfeffer beeinflusst den Hormonhaushalt. Ob dieser eher stimuliert oder gehemmt wird, richtet sich in hohem Maße nach der eingesetzten Menge. Viele Frauen nutzen Keuschbaum-Präparate, um ihren Zyklus zu stabilisieren und PMS zu lindern.
Wie hilft Mönchspfeffer Frauen oder Paaren mit Kinderwunsch?
In der richtigen Dosierung vermindert Mönchspfeffer die Prolaktin-Freisetzung. Dieses Hormon unterdrückt unter anderem die Eireifung und stört damit den Eisprung. Hieraus kann ein verkürzter Zyklus resultieren. Durch einen zu hohen Prolaktinwert kann außerdem die Progesteron-Bildung verhindert werden. Das Gelbkörperhormon unterstützt die Gebärmutter dabei, sich auf die mögliche Einnistung der Eizelle vorzubereiten. Fehlt es, kann das der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein, weil sich befruchtete Eizellen nicht einnisten können.
Auch Männer können von der Wirkung des Mönchspfeffers profitieren. Gerade wenn das Wunschkind sehr lange auf sich warten lässt, kann das Gefühl „liefern zu müssen“ zu einem solchen Leistungsdruck führen, dass nichts mehr geht. In diesem Fall kann Mönchspfeffer in niedriger Dosierung durch seine luststeigernde und potenzfördernde Wirkung Abhilfe schaffen.
Liegen schwere Zyklusstörungen vor oder bleibt der Eisprung ganz aus, kann auch Mönchspfeffer nicht weiterhelfen. In diesem Fall ist es ratsam, sich an einen Kinderwunsch-Experten zu wenden.
Wie werden Keuschbaum-Präparate eingenommen?
Mönchspfeffer wird rezeptfrei in Form von Kapseln, Tabletten, Tropfen und Globuli angeboten. Manchmal ist er auch in sogenanntem Kinderwunsch- oder Klapperstorchtee zu finden. Allerdings lösen sich manche Inhaltsstoffe schwer in Wasser, wodurch die Wirkung geringer ausfallen kann. Flüssige Extrakte enthalten etwa fünf Prozent Alkohol. Bei normaler Anwendung entsteht hieraus kein gesundheitliches Risiko. Wollen oder müssen Sie alkoholhaltige Substanzen meiden, sind Kapseln und Tabletten die besser Alternative.
Welche Darreichungsform und Dosierung sich am besten eignet, hängt vom jeweiligen Anwendungsgebiet ab. Zur Normalisierung des weiblichen Zyklus und zur Behandlung einer Gelbkörperschwäche wird eine Einnahme von 40 Milligramm pro Tag empfohlen. [1] Wichtig zu wissen ist, dass Mönchspfeffer nicht von heute auf morgen wirkt. Ein spürbarer Effekt tritt meist erst nach zwei bis drei Monaten regelmäßiger Anwendung ein.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Die Einnahme von Mönchspfeffer führt nur selten zu unerwünschten Begleiterscheinungen. Vor allem zu Beginn können Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Schwindel und Erbrechen auftreten. [2]
In seltenen Fällen kommt es zu allergischen Reaktionen auf die Wirkstoffe. Bei Juckreiz und Ausschlägen sollten Sie die Behandlung abbrechen, bei Schwellungen im Gesicht und/oder Atembeschwerden einen Arzt aufsuchen.
Gibt es Wechselwirkungen und Gegenanzeigen?
Nehmen Sie die Antibabypille ein, machen Sie eine Hormonersatztherapie oder leiden Sie unter östrogenabhängigen Tumoren oder einer Hypophysenstörung, ist eine Anwendung nicht zu empfehlen. Gleiches gilt bei Endometriose.
Werden Sie mit Dopamin-Antagonisten oder -Agonisten behandelt, beispielsweise aufgrund von Parkinson oder bei psychischen Problemen, sollten Sie vor der Einnahme Rücksprache mit Ihrem Arzt nehmen. Auch bei Neuroleptika gilt es, vorsichtig zu sein, da das Risiko einer gegenseitigen Wirkungsabschwächung besteht und vermehrt Nebenwirkungen wie Spannungs-Brustschmerzen und Juckreiz auftreten können.
Sind Sie sich sicher, schwanger zu sein, sollten Sie Mönchspfeffer absetzen. Auch in der Stillzeit ist es ratsam, auf Keuschbaum-Präparate zu verzichten, da diese zu einer Hemmung der Milchbildung und dem verfrühten Wiedereintritt der Regelblutungen führen könnten.
Gibt es Studien zur Wirkung von Mönchspfeffer?
Die Wirksamkeit von Mönchspfeffer bei gynäkologischen Problemen wird erst seit den 1990er Jahren systematisch untersucht. Zwei kleinere klinische Studien, eine aus Heidelberg, Deutschland, und eine aus Stanford, USA, befassten sich eingehender mit dem Effekt der Heilpflanze bei Kinderwunsch.
Die Heidelberger Studie aus dem Jahr 2000 erforschte die Wirkung von Phyto-L-Tropfen, die neben Mönchspfeffer auch Mariendistel (Silybum marianum) und Schöllkraut (Chelidoniurn majus) enthalten, auf Frauen mit ausbleibender Regelblutung oder verlängertem Zyklus. Während der dreimonatigen randomisierten, placebokontrollierten, klinischen Doppelblindstudie wurden positive Veränderungen wie das Eintreten der Menstruation, eine Verkürzung zu langer Zyklen und eine stabile Gelbkörperphase verzeichnet. 38 der 67 teilnehmenden Frauen waren anschließend schwanger. [3]
In der Studie der Stanford University aus dem Jahr 2006 erhöhte sich die Fruchtbarkeit der Teilnehmerinnen deutlich durch Einnahme eines Präparates, das Mönchspfeffer, Grüntee-Extrakte und diverse Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe enthielt. Die Studiengruppe bestand aus 93 Frauen im Alter von 24 bis 42 Jahren. 53 erhielten die Wirkstoffkombination. Davon wurden 14 im Laufe eines Vierteljahres schwanger. In der Placebogruppe waren hingegen nur vier Schwangerschaften zu verzeichnen. [4]
Insgesamt ist die Studienlage zu gering, um konkrete Aussagen zu treffen. Zudem ist nicht feststellbar, ob die Wirkung auf dem enthaltenen Mönchspfeffer beruht oder auf einem oder mehreren der anderen Inhaltsstoffe.
Welche pflanzlichen Alternativen gibt es zum Mönchspfeffer?
Neben dem Keuschbaum kennt die Pflanzenheilkunde viele weitere Präparate, die sich unterstützend auf die Fruchtbarkeit auswirken können. Ob diese tatsächlich wirken oder der Erfolg bei den Anwenderinnen auf dem Placebo-Effekt oder sogar auf Zufall beruht, lässt sich angesichts der dünnen Studienlage nicht mit Sicherheit sagen.
Bleibt der Eisprung aufgrund von Östrogenmangel aus, setzt die Phytotherapie beispielsweise Falsches Einkorn (Chaemlirium lutheum) oder Chinesische Engelswurz (Angelika sinensis) ein. Mit Himbeerblättern, Holunderblüten, Basilikum, Beifuß, Salbei, Koriander, Melisse oder Rosmarin können Sie die Östrogenproduktion ebenfalls sanft anregen.
Bildet Ihr Körper zu wenig Progesteron, lohnt sich ein Versuch mit Wilder Yamswurzel (Dioscorea macrostachya), Küchenschelle (Anemone pulsatilla), Schafgarbe oder Frauenmantel.
Quellen
[1] https://pflanzen.fnr.de/industriepflanzen/arzneipflanzen/pflanzen-auswahl/moenchspfeffer
[2] https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/agni-casti-fructus
[3] https://karger.com/cmr/article-abstract/7/4/190/355494/Die-Wirksamkeit-des-Komplexmittels-Phyto?redirectedFrom=PDF
[4] https://europepmc.org/article/MED/17211965
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