Kinderwunschzentren

Draufsicht auf eine männliche Hand, die einen Spermienausschnitt auf blauem Hintergrund hält - Männergesundheit, Samenspende und Pflegekonzept

Hoffnung für Männer mit eingeschränkt fruchtbarem Samen: Spermienaufbereitung im Fokus

Zusammenfassung

Lässt der Nachwuchs auf sich warten, liegt das nicht selten an der eingeschränkten Fruchtbarkeit des männlichen Samens. In diesem Fall können eine Samenübertragung (Insemination) und verschiedene andere Methoden der künstlichen Befruchtung helfen, den Kinderwunsch zu erfüllen. Damit das funktioniert, müssen die Spermien vorab aufbereitet werden. Dafür gibt es mehrere Methoden.

Warum ist eine Aufbereitung nötig?

Das Ejakulat besteht nicht nur aus Spermien, sondern vor allem aus Wasser und zahlreichen Sekreten. Diese wirken sich zum Teil hinderlich auf den Befruchtungsprozess aus und können sogar schmerzhafte Kontraktionen in der Gebärmutter auslösen. Bei einer natürlichen Befruchtung werden diese Substanzen beim Passieren des Gebärmutterhalses entfernt. Die Samenaufbereitung vollzieht diese Prozesse im Labor nach. Gleichzeitig dient sie dazu:

VIDEO: Was passiert bei einer Insemination?

Welche Aufbereitungsverfahren gibt es?

Die Samenaufbereitung kann auf drei Arten erfolgen:

Beim Spermawaschen wird das Ejakulat nach dem Verflüssigen mit einem Kulturmedium vermischt und zentrifugiert. Da die Spermien schwerer sind als die restliche Flüssigkeit, setzen sie sich auf dem Gefäßboden ab. Die darüber befindliche Flüssigkeit wird abgesaugt und die Samenzellen nochmals in frisches Kulturmedium eingebracht.

Bei der Aufbereitung mit Dichtegradienten werden die Spermien anhand ihrer Fähigkeit getrennt, verschiedene Substanzen mit unterschiedlicher Dichte zu durchdringen. Hierzu werden zwei bis drei Medien von der höchsten bis zur niedrigsten Dichte in ein Reagenzglas gegeben. Im Anschluss kommt die Samenprobe obenauf. Nach dem Zentrifugieren gelangen die beweglichsten Spermien auf den Boden des Gefäßes, während unbewegliche und tote Samenzellen, Leukozyten und weitere Abfallprodukte in den oberen Schichten hängenbleiben.

Das sogenannte Swim-up ist die älteste Methode der Samenaufbereitung. Hierbei wird die Fähigkeit der Spermien ausgenutzt, in einem bestimmten Nährmedium aufzusteigen. Die Samenprobe wird zunächst zentrifugiert, um die darin enthaltenen Spermien am Boden des Reagenzglases zu konzentrieren und Sekrete und Zellreste zu entfernen. Danach wird das Nährmedium hinzugefügt und das Röhrchen bei 37 °C in geneigter Position belassen. Nach circa 45 Minuten wird die obere Fraktion entnommen, in der sich dann die beweglichsten Samenzellen befinden.

Gibt es die Möglichkeit, Spermien zu Hause selbst aufzubereiten?

Die Samenaufbereitung erfordert neben Kenntnissen über die Prozessschritte auch eine Laborzentrifuge und spezifische Nährlösungen. Deshalb ist sie nur in speziell dafür ausgerüsteten Laboren möglich.

Künstliche Befruchtung oder In-vitro-Fertilisation

Wie lange dauert die Spermienaufbereitung?

Die Dauer hängt vom gewählten Verfahren und von der Spermienqualität ab. Üblich sind Zeiten zwischen 60 und 90 Minuten. Sind mehrere Durchläufe erforderlich, können es auch 120 Minuten werden.

Welche Methode eignet sich am besten zur Samenaufbereitung?

Welches Verfahren eingesetzt wird, richtet sich in erster Linie nach den Eigenschaften der Spermienprobe. Sind die Samenparameter normal, kommen meist Dichtegradienten zur Anwendung. Bei anomalen Parametern wird die Probe gewaschen. Die Dichtegradienten-Methode bietet dahingehend Vorteile, dass sie sauberere Ergebnisse liefert. Das heißt, es werden mehr Spermien mit schlechter Beweglichkeit ausgesondert.

Es besteht auch die Möglichkeit, Dichtegradienten und das Swim-up zu kombinieren. Bei dieser Variante wird die beim ersten Verfahren erhaltene Probe anschließend dem Swim-up unterzogen, um unter den guten Spermien die besten auszuwählen.

Eine Studie aus dem Jahr 1998 weist darauf hin, dass die Swim-up- und die Gradienten-Präparation zu höheren Schwangerschaftsraten führen als das Samenwaschen¹.

IVF - Die globalen Möglichkeiten sind verschieden

Wie viel kostet eine Spermienaufbereitung?

In aller Regel ist die Aufbereitung der Samenzellen Teil der künstlichen Befruchtung und daher in deren Preis inkludiert. Wird sie als diagnostischer Test im Rahmen eines Spermiogramms durchgeführt, kostet sie rund 50 bis 80 Euro zusätzlich.

Unter bestimmten Voraussetzungen zahlen die gesetzlichen Krankenkassen bei verheirateten Paaren einen Zuschuss zur künstlichen Befruchtung einschließlich Spermienaufbereitung. In diesem Fall beläuft sich der Eigenanteil pro Zyklus auf:

Einige Gesetzliche übernehmen die Kosten voll, wenn beide Partner bei ihnen versichert sind.

Private Krankenversicherungen regeln die Kostenübernahme unterschiedlich. In aller Regel muss eine organische Ursache für die Unfruchtbarkeit vorliegen. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen gibt es aber meist weder eine Altersgrenze noch eine Begrenzung der Anzahl der Kinderwunschbehandlungen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit muss jedoch bei mindestens 15 Prozent liegen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum ist eine Aufbereitung nötig?
Das Ejakulat besteht nicht nur aus Spermien, sondern vor allem aus Wasser und zahlreichen Sekreten. Diese wirken sich zum Teil hinderlich auf den Befruchtungsprozess aus und können sogar schmerzhafte Kontraktionen in der Gebärmutter auslösen. Bei einer natürlichen Befruchtung werden diese Substanzen beim Passieren des Gebärmutterhalses entfernt.
Hier klicken
Welche Aufbereitungsverfahren gibt es?
Die Samenaufbereitung kann auf drei Arten erfolgen: Durch einfaches Spermawaschen, durch Dichtegradienten oder durch die Swim-up-Methode.
Hier klicken
Gibt es die Möglichkeit, Spermien zu Hause selbst aufzubereiten?
Die Samenaufbereitung erfordert neben Kenntnissen über die Prozessschritte auch eine Laborzentrifuge und spezifische Nährlösungen. Deshalb ist sie nur in speziell dafür ausgerüsteten Laboren möglich.
Hier klicken
Wie lange dauert die Spermienaufbereitung?
Die Dauer hängt vom gewählten Verfahren und von der Spermienqualität ab. Üblich sind Zeiten zwischen 60 und 90 Minuten. Sind mehrere Durchläufe erforderlich, können es auch 120 Minuten werden.
Hier klicken
Welche Methode eignet sich am besten zur Samenaufbereitung?
Eine Studie aus dem Jahr 1998 weist darauf hin, dass die Swim-up- und die Gradienten-Präparation zu höheren Schwangerschaftsraten führen als das Samenwaschen.
Hier klicken
Wie viel kostet eine Spermienaufbereitung?
In aller Regel ist die Aufbereitung der Samenzellen Teil der künstlichen Befruchtung und daher in deren Preis inkludiert. Wird sie als diagnostischer Test im Rahmen eines Spermiogramms durchgeführt, kostet sie rund 50 bis 80 Euro zusätzlich.
Hier klicken

Übersicht über wissenschaftliche Quellen

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9457946/

Schreibe einen Kommentar

How can we help you?

Contact us at the Consulting WP office nearest to you or submit a business inquiry online.

See our gallery

Suchen Sie nach Ratschlägen, um sich Ihren Kinderwunsch zu erfüllen?

Sie suchen einen Facharzt in Ihrer Nähe?