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Mann mittleren Alters führt ein Expertengespräch mit einem Facharzt während der Analyse des männlichen Ejakulats

Geheimnisse des Spermiogramms: Wie wird es gemacht und was bedeutet es?

Zusammenfassung

Bleibt ein Kinderwunsch über längere Zeit unerfüllt, steht meist die Frau im Fokus. Dabei liegen die Ursachen in mindestens einem Drittel der Fälle bei beiden Partnern und in einem weiteren Drittel allein beim Mann. Deshalb ist es unerlässlich, dass dieser sich bezüglich seiner Zeugungsfähigkeit untersuchen lässt. Im Mittelpunkt der Diagnostik steht das Spermiogramm, eine Analyse des Ejakulats auf die Anzahl, die Beweglichkeit und das Aussehen der darin enthaltenen Samenzellen.

Weshalb wird ein Spermiogramm gemacht?

Mit dieser Untersuchung lässt sich überprüfen, ob eine nicht ausreichende Anzahl der Spermien oder eine schlechte Samenqualität dafür verantwortlich ist, dass es mit der Schwangerschaft nicht klappt. Die zu den Standardtests gehörigen Referenzwerte wurden von im Jahr 2021 von der WHO neu festgelegt¹. Sie beruhen auf den Ergebnissen der Ejakulatanalysen bei fruchtbaren Männern.

Wie läuft das Spermiogramm ab?

Für die Analyse wird frisches Ejakulat benötigt. Dieses gewinnt der Mann selbst per Masturbation. Urologische/andrologische Praxen verfügen normalerweise über entsprechende Räumlichkeiten, die für eine ungestörte, vertrauliche Samenabgabe eingerichtet sind. Sofern die eigene Wohnung nicht zu weit entfernt ist, besteht aber auch die Möglichkeit, das Sperma von zu Hause mitzubringen und diskret im Labor abzugeben. Zwischen Gewinnung und Abgabe darf jedoch maximal eine Stunde vergehen.

Bei der Spermiengewinnung in den eigenen vier Wänden sollten Sie Folgendes beachten:

Vor der Probengewinnung empfiehlt die WHO drei bis fünf Tage sexuelle Enthaltsamkeit. Wesentlich länger sollte die Karenzzeit nicht sein, da sonst die Anzahl der abgestorbenen Spermien steigt.

Menschen mit Harninkontinenz, Prostataproblemen, Infektionen

Welche Faktoren und Werte werden beim Spermiogramm untersucht?

Am Anfang steht eine makroskopische Untersuchung, bei der folgende Kriterien beurteilt werden:

Anschließend folgt eine mikroskopische Untersuchung, die folgende Werte erhebt:

Bei bestimmten Fragestellungen werden zusätzliche Werte wie der Gehalt von Zink oder Fruchtzucker im Ejakulat untersucht. In diesem Fall ist von einem erweiterten Spermiogramm die Rede.

Was bedeuten die Resultate des Spermiogramms?

Die Untersuchung kann folgende Ergebnisse erbringen:

Ein weiterer möglicher Befund ist das Vorhandensein von Spermien-Antikörpern. Diese würden die eigenen Spermien als fremd identifizieren und bekämpfen.

Einige der genannten Ursachen lassen sich therapieren, andere nicht. Grundsätzlich gilt jedoch: Ein „schlechtes“ Spermiogramm erbringt lediglich den Hinweis auf eine zum Untersuchungszeitpunkt verminderte Fortpflanzungsfähigkeit. Ob es sich um einen temporären oder dauerhaften Zustand handelt, lässt sich mit nur einer Untersuchung nicht feststellen. Deshalb muss jeder auffällige Befund mit einer zweiten Samenanalyse bestätigt werden. Diese erfolgt in aller Regel im Abstand von circa sechs bis zehn Wochen nach der ersten.

VIDEO: Spermiogramm – Wie läuft das ab und wie wird es ausgewertet?

Wie viel kostet ein Spermiogramm?

Die Samenanalyse schlägt mit rund 60 bis 90 Euro zu Buche. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für verheiratete Männer, wenn der unerfüllte Kinderwunsch nachweislich schon seit mindestens einem Jahr besteht. Bei privat Versicherten hängt die Kostenübernahme vom Tarif ab. Um auf Nummer sicher zu gehen, wenden Sie sich am besten vorab an Ihre Krankenkasse.

Wie geht es nach dem Spermiogramm weiter?

Das hängt vom genauen Ergebnis ab. Deutet dieses darauf hin, dass die schlechte Samenqualität ausschlaggebend für die ungewollte Kinderlosigkeit ist, rät der Arzt vermutlich zu einer Insemination, zur In-vitro-Fertilisation (IVF) oder zur Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI). Welche Methode sich am besten eignet, richtet sich einerseits danach, wie stark die Zeugungsfähigkeit eingeschränkt ist. Andererseits spielt aber auch eine Rolle, ob bei der Frau ebenfalls ein Fruchtbarkeitsproblem vorliegt.

Übersicht über wissenschaftliche Quellen

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8706130/

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