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Eizellqualität optimieren: bessere Chancen für eine erfolgreiche Schwangerschaft

Zusammenfassung

Eine gute Eizellenqualität erhöht die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Kind zu gebären. Eizellen schlechter Qualität können hingegen zu Fehlgeburten und Geburtsfehlern führen. Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) und der Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) steht eine mangelhafte Eizellenqualität in direktem Zusammenhang mit Implantationsfehlern und geringen Erfolgsraten. Doch ist es möglich, die Qualität der Eizellen zu verbessern und wenn ja, wie?

Wie lässt sich die Eizellenqualität prüfen?

Bislang hat die Forschung keine abschließende Erklärung dafür, welche Eigenschaften eine gute Eizelle ausmachen. Ebenso wenig existiert eine Methode, mit der sich die Eizellenqualität genau prüfen lässt. Die Eierstockreserve gibt lediglich einen Hinweis darauf, ob eine Frau überhaupt befruchtungsfähige Eizellen produzieren kann.

Zur Bestimmung der Eizellreserve können verschiedene Verfahren Anwendung finden:

AMH Spiegel (Anti-Müller-Hormon)

Der AMH-Wert gibt einen Hinweis auf die Anzahl der in den Eierstöcken vorhandenen Eizellen. Deshalb wird er häufig vor Kinderwunschbehandlungen bestimmt, um die Erfolgschancen für eine Schwangerschaft abschätzten zu können. Im Vergleich zu anderen Sexualhormonen verändert sich der AMH-Spiegel im Zyklusverlauf nur wenig. Dadurch lässt er sich zu jedem Zeitpunkt relativ zuverlässig bestimmen.

Für den AMH-Wert gelten folgende Richtwerte:

Liegt der AMH-Spiegel unter 0,5 ng/ml, sind die Entwicklung und das Wachstum der Follikel eingeschränkt. Damit sinkt die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit in Verbindung mit einer künstlichen Befruchtung.

Routinemäßig erfolgt die Bestimmung des AMH-Wertes zum Zyklusbeginn, unabhängig von der Tageszeit. Nach dem Eisprung fällt er leicht ab. Da der Spiegel unter Einnahme kombinierter Kontrazeptiva (Pille) um circa 30 Prozent niedriger liegt, sollte der früheste Test zwei bis drei Zyklen nach Absetzen des Medikaments erfolgen¹.

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FSH Spiegel (Follikelstimulierendes Hormon)

Das Follikelstimulierende Hormon (FSH) regt das Wachstum der Follikel in den Eierstöcken an. Außerdem reguliert es den Menstruationszyklus und stellt sicher, dass sämtliche Fortpflanzungsprozesse im weiblichen Organismus gut funktionieren. Üblich sind folgende Serumspiegel:

Für lange Zeit war der FSH-Spiegel das zuverlässigste Kriterium zur Bewertung der Eizellenreserve, zur Vorhersage der ovariellen Reaktion auf eine Stimulation und für die Entscheidung bezüglich des bestgeeigneten Protokolls für die Stimulationsbehandlung von Patientinnen vor einer künstlichen Befruchtung.

Die Bestimmung dieses Wertes hat jedoch mehrere wichtige Einschränkungen:

Infolge der Beschränkungen reicht dieser Wert nicht aus, eine genaue Aussage über die ovarielle Reserve zu treffen. Deshalb werden für eine Bewertung immer weitere Hormonwerte wie der AMH-Spiegel herangezogen.

AFC-Scan (Antraler Follikelcount)

Beim AFC-Scan, auch Antralfollikelzählung genannt, handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung, bei der alle Follikel beider Eierstöcke zusammengezählt werden, die zwischen 2 und 10 mm groß sind. Als gut einzustufen ist ein AFC von 13. Bei einer Frau mit Mitte 30 sollten zehn Antralfollikel vorhanden sein. Weniger als fünf bis sieben gelten als niedriger Eizellenreserve.

Der beste Zeitpunkt für den Scan ist zwischen dem zweiten und vierten Tag der Menstruationsblutung. Die Beurteilung kann aber auch in der zweiten Zyklushälfte erfolgen, ohne dass die Aussagefähigkeit für die Bewertung der ovariellen Reserve beeinträchtigt wird.

Auch dieser Wert wird aufgrund möglicher Schwankungen zwischen den Zyklen mit dem AMH-Spiegel ins Verhältnis gesetzt. Außerdem ist die Qualität des Ergebnisses abhängig von der Technik und deren Bediener. Daher erfordert die Untersuchung ein hochauflösendes Ultraschallgerät und einen erfahrenen Gynäkologen.

Wie lässt sich die Eizellenqualität erhöhen?

Die Qualität der Eizellen hängt in hohem Maße vom Alter ab. Im Laufe der Jahre nimmt die Eierstockreserve insgesamt ab und damit schwindet auch die Eizellenqualität. Es passiert eher selten, dass Frauen mit niedriger ovarieller Reserve hochwertige Eizellen produzieren.

Daher gilt es, bei einem unerfüllten Kinderwunsch keine Zeit zu verlieren und alle erforderlichen Untersuchungen durchführen zu lassen. Je höher das Alter, desto geringere Chancen bestehen, mit den eigenen Eizellen ein Kind zu bekommen.

Eizellenqualität und Ernährung

Die Ernährung hat einen maßgeblichen Einfluss auf die allgemeine Gesundheit und somit auch auf die Qualität der Eizellen. Forscher stellten beispielsweise fest, dass eine Diät auf Basis der mediterranen Küche in den sechs Monaten vor einer IVF-Behandlung deren Erfolgsrate um 65 bis 68 Prozent erhöhen kann⁴.

Folgende Lebensmittel können zu einer verbesserten Eizellenqualität beitragen:

Auswahl an gesunden ungesättigten Fetten, Omega 3 - Fisch, Avocado, Oliven, Nüsse und Samen

Vermieden werden sollten hingegen:

Eizellenqualität und Flüssigkeitsaufnahme

Wasser ist wichtig, um verschiedene Elemente im Körper in Balance zu halten. Die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit gewährleistet, dass alle Prozesse auf Makro- und Mikroebene störungsfrei ablaufen können. Laut Wissenschaftlern sollten Erwachsene mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken. Deutlich höher ist der Flüssigkeitsbedarf bei:

Gute Anhaltspunkte für eine ausreichende Wasseraufnahme sind ein seltenes Durstgefühl und klarer, hellgelber Urin.

Eizellenqualität und Lebensstil

Auch viel Bewegung und der Verzicht auf ungünstige Lebensgewohnheiten können zu einer besseren Qualität der Eizellen führen. Körperliche Aktivitäten sollten mindesten vier Stunden wöchentlich ausgeübt werden. Ideal sind Übungen, die neben der Fitness den Stressabbau fördern.

Zu empfehlen sich außerdem mindestens acht bis neun Stunden Schlaf pro Nacht und das Vermeiden von Koffein und Alkohol. Überdies beweisen Studien, dass Nikotingenuss und auch das Passivrauchen die Fruchtbarkeit um bis zu 50 Prozent reduzieren kann. Zudem setzen bei Raucherinnen die Wechseljahre im Durchschnitt zwei Jahre früher ein.

Hinzu kommt, dass sich bei rauchenden Frauen durchschnittlich weniger Eizellen entwickeln als bei Nichtraucherinnen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Befruchtung, die Einnistung der Eizelle und eine Schwangerschaft ist geringer, während sich das Risiko für eine Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaft erhöht⁶.

VIDEO: Eizellqualität verbessern mit 35+

Welche Rolle spielen Nahrungsergänzungsmittel bei der Verbesserung der Eizellenqualität?

Eine Anreicherung der Ernährung durch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel kann die Eizellenqualität fördern. Da hinsichtlich der inhaltlichen Zusammensetzung und der Konzentration der verschiedenen Präparate mitunter große Unterschiede bestehen, empfiehlt es sich, diesbezüglich den behandelnden Arzt oder den Heilpraktiker zu befragen.

Vitamin C

Die schützenden Eigenschaften von Vitamin C kommen den Körperzellen und dem Immunsystem zugute. Indem es freie Radikale neutralisiert, kann das Vitamin den Eizellen zu einer besseren Qualität verhelfen. Allerdings ist es nicht in der Lage, ein bereits geschädigtes Erbgut zu reparieren⁷.

Folsäure

Das ausreichende Vorhandensein von Folsäure stellt die korrekte Synthese des Erbguts sicher. Davon kann auch die Qualität der unbefruchteten Eier profitieren. Zudem ist Folsäure für die Produktion verschiedener weiblicher Sexualhormone erforderlich⁸.

Coenzym Q10

Frauen mit geringer Follikelzahl wird eine CoQ10-Ergänzung empfohlen. Zum einen ist Coenzym Q10 wichtig für das Wachstum und die Entwicklung der Eizellen in den Eierstöcken. Zum anderen brauchen sie eine große Menge CoQ10, wenn der Eisprung naht. Ohne das Enzym gibt es keinen Eisprung und somit auch keine befruchtbare Eizelle.

In einer Studie führte die Zufuhr von Coenzym Q10 bei Patientinnen, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterzogen, zu einer erhöhten Anzahl reifer Eizellen, einer höheren Befruchtungsrate und hochwertigerer Embryonen⁹⁺¹⁰.

Dehydroepiandrosteron (DHEA)

Diesem Hormon wird eine signifikante Verbesserung der Eizellenqualität zugesprochen. Allerdings mangelt es an klinischen Studien und Kenntnissen bezüglich seines Einflusses bei der In-vitro-Fertilisation. Eine von der Cochrane Collaboration veröffentliche Forschungsarbeit, die zwölf Studien zur Verwendung des Hormons analysierte, weist jedoch darauf hin, dass die Gabe des Hormons bei IVF-Behandlungen mit einer erhöhten Geburtenrate in Zusammenhang stehen könnte¹¹.

Übersicht über wissenschaftliche Quellen

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